Spielzeug aus nachwachsenden RohstoffenFachagentur Nachwachsende Rohstoffe e. V.

 

Hintergrund

NawaRo

… steht für Nachwachsende Rohstoffe.

Das sind Rohstoffe, die aus Pflanzen gewonnen werden, wie Zucker, Stärke, Pflanzenöle, Pflanzenfasern sowie Holz.

Die dazu gehörigen Pflanzen wachsen auf unseren Äckern und in unseren Wäldern: Zuckerrüben, Mais, Getreide und Kartoffeln, Flachs und Hanf, Raps und Sonnenblumen und natürlich Laub- und Nadelbäume.

Weil wir diese Pflanzen immer wieder anbauen können, gelten die von ihnen mit der Kraft der Sonne produzierten Rohstoffe als nachwachsend und erneuerbar.

Getreide ist eine wichtige Rohstoffquelle für Stärke.

NawaRo-Spielzeug

Spielzeug kann aus vielen verschiedenen Materialien hergestellt werden. Oft werden Kunststoffe und Holz genutzt.

Kunststoffe werden meist aus fossilen Rohstoffen, wie Erdöl, produziert. Aber sie können auch aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt werden. Sie heißen dann biobasierte Kunststoffe. Wird das Spielzeug aus diesen Kunststoffen gefertigt, zählt es zu den NawaRo-Spielzeugen.

Holz ist eines der beliebtesten Materialien zur Herstellung von Spielzeug. Verbraucher sollten beim Einkauf von Holzspielzeug darauf achten, dass das Holz aus nachhaltiger Waldbewirtschaftung stammt. Spielzeuge aus Holz gehören auch zu den NawaRo-Spielzeugen.

Biobasierte Kunststoffe

Vor rund 100 Jahren wurden aus Erdöl die ersten Kunststoffe produziert. Seither haben sie unser Alltagsleben grundlegend verändert: Haushalt, Mobilität, Medizin, Kommunikationstechnik – all diese Bereiche wären in ihrer modernen Ausprägung durch den breiten Einsatz von Kunststoff-Produkten nicht denkbar.

Seit gut 20 Jahren bekommen wir aber auch die negativen Seiten dieser Entwicklung immer mehr zu spüren:

  • der zunehmende Verbrauch der nicht erneuerbaren fossilen Rohstoffe, wie Erdöl und Kohle,
  • die Umweltverschmutzung mit achtlos weggeworfenen Kunststoff-Produkten und
  • der zunehmende Klimawandel durch die Verbrennung von Erdöl und daraus hergestellter Produkte.
Test
Achtlos weggeworfene Kunststoffe belasten unsere Umwelt.

Eine Alternative ist die Herstellung und der Einsatz von Kunststoffen aus nachwachsenden Rohstoffen, also von biobasierten Kunststoffen.

Statt Erdöl lassen sich auch Rohstoffe vom Acker oder aus dem Wald, wie Zucker, Stärke und Pflanzenöle oder die Holzbestandteile Cellulose und Lignin, zu Kunststoffen verarbeiten. Eine weitere nachwachsende Rohstoffquelle für Kunststoffe sind Reststoffe aus der Landwirtschaft, wie Stroh, und aus der Lebensmittelproduktion, wie Altspeiseöle.

Aus diesen nachwachsenden Rohstoffen können die Kunststoffe hergestellt werden, die man aus der Erdöl-Produktion kennt: Polyethylen (PE), Polyethylenterephthalat (PET) und Polypropylen (PP). Wir sprechen dann von Bio-PE, Bio-PET und Bio-PP.

Außerdem können aus nachwachsenden Rohstoffen auch neuartige biobasierte Kunststoffe produziert werden. Dazu zählen Polymilchsäure (PLA), Polyhydroxyalkanoate (PHA) und thermoplastische Stärke (TPS). Diese Kunststoffe gibt es nur in biobasierter Form.

Weitere Informationen zu biobasierten Kunststoffen finden Sie unter https://biowerkstoffe.fnr.de/biokunststoffe/

Rapsöl - nachwachsender Rohstoff zur Herstellung von biobasierten Kunststoffen.

Holz aus nachhaltiger Waldbewirtschaftung

Holz ist der älteste und wichtigste Roh-, Werk- und Brennstoff der Menschheit. Die ersten Spielzeuge, die Menschen gemacht haben, waren aus Ton geformt oder aus Holz geschnitzt.

Im Gegensatz zu den meist einjährigen Kulturpflanzen, aus denen wir nachwachsende Rohstoffe gewinnen, brauchen Bäume viele Jahre für ihr Wachstum. Daher werden an die Bewirtschaftung von Wäldern auch besondere Kriterien gestellt. Eine nachhaltige Waldbewirtschaftung stellt sicher, dass mindestens so viel Holz nachwächst, wie dem Wald entnommen wird.

Wenn Sie beim Einkauf von Holzprodukten auf entsprechende Siegel für eine nachhaltige Waldbewirtschaftung achten, helfen Sie, unsere heimischen Wälder, aber auch tropische Regenwälder und andere internationale Waldregionen zu schützen.

Mehr Information zu nachhaltiger Waldbewirtschaftung und Holz finden Sie unter https://www.kiwuh.de/

Sämling einer Eiche
Nachhaltige Waldbewirtschaftung heißt auch Waldumbau zu Mischwäldern mit mehr Laubbäumen, wie z. B. Eichen.

Bioverbundwerkstoffe

Kunststoffe und Holzfasern bzw. Holzmehl lassen sich zu Verbundwerkstoffen kombinieren. Diese werden als Wood Plastic Composites (WPC – Holzpolymerverbundwerkstoffe) bezeichnet. Ein bekannter Einsatzbereich aus der Baubranche sind Terrassendielen aus WPC. Aus WPC werden im Spielzeugbereich Bausteine in verschiedenen Formen herstellt.

Der Kunststoff, der für die Herstellung von WPC genutzt wird, kann sowohl fossil- als auch biobasiert sein.

Weitere Informationen zu biobasierten Verbundwerkstoffen finden Sie unter https://biowerkstoffe.fnr.de/bioverbundwerkstoffe/

(Bio-)Kunststoffe in Verbindung mit Holz sind ein beliebtes Material zur Herstellung von Bausteinen.
(Bio-)Kunststoffe in Verbindung mit Holz sind ein beliebtes Material zur Herstellung von Bausteinen.